Humboldt Forum
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© Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, digitale Reproduktion: Jester Blank GbR
Sope

Sope

Die Figur der Gottheit Sope beeindruckt durch ihre Aura. Nach langen Reisen und Aufenthalten in verschiedenen Museen erinnert uns dieses Humboldt Forum Highlight aus dem Westpazifik an eine vorchristliche Kultur, die nicht mehr existiert.

Sie hat kein Gesicht, keine Mimik, es gibt keinen Hauch von Regung – dennoch oder vielleicht gerade deswegen steht die lebensgroße Figur der Gottheit Sope ausdrucksstark und kraftvoll im Raum. So schlicht und gut erhalten wie sie ist, wirkt sie fast wie ein europäisches Kunstwerk der Moderne. In Wirklichkeit stammt sie vom anderen Ende der Welt.

Von Mikronesien nach Berlin

Der aus Polen stammende Forscher und Sammler Johann Stanislaus Kubary hatte die aus einem Stück gefertigte Holzfigur 1877 in Nukuoro, einer polynesischen Exklave in Mikronesien erworben und nach Deutschland gebracht. Rastlos und von Wissbegier getrieben verbrachte Kubary nahezu die Hälfte seines Lebens in Ozeanien. Finanziell ging es ihm meist schlecht und auch die akademische Anerkennung blieb aus. Heute ist er fast vergessen – dabei sind seine niedergeschriebenen detaillierten Beobachtungen eine wichtige Quelle, die uns Einblicke ermöglichen in die pazifischen Lebenswelten.

Von den vielen Objekten in Berlin, die Kubary gesammelt hat, ist die Götterstatue des Sope eines der wertvollsten. Weltweit existieren nur noch 37 solcher Figuren. Die Figur, die nun als Humboldt Forum Highlight zu sehen ist, machte in zwei Hamburger Museen Station, bevor sie nach Berlin kam und Teil der Sammlung im Ethnologischen Museum wurde.

Opfergaben für Sope

Bis zur Christianisierung stand die Skulptur im Haupttempel Nukuoros, wo es sechs Bildnisse wie dieses gegeben haben soll. Dort wurden sie auf besondere Art verehrt: Während des monatelangen Festes der Erntezeit wurden die Figuren bekleidet und mit Blumen reich geschmückt; Früchte und andere Nahrungsmittel wurden ihnen als Opfergabe gereicht. Aufgrund ihrer Ausstrahlungskraft lässt sich ihre ursprüngliche Verwendung im rituellen Kontext noch immer erahnen. Doch wie die Figur vor Ort auf die Menschen gewirkt hat, ob unnahbar oder lebendig, wissen wir nicht. Von der vorchristlichen Kultur auf Nukuoro ist leider wenig bekannt.

Jetzt zu sehen im Neuen Museum auf der Museumsinsel, zukünftig in den Museen im 2. OG im Humboldt Forum.

Sope
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Ausstellung auf der Museumsinsel (bis 26. Mai 2019)
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Bis Mai 2019 können Sie die ersten Highlights des Humboldt Forums im Pergamonmuseum, Alten Museum und Neuen Museum auf der Museumsinsel entdecken.

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Humboldt Forum Highlights
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Die ersten 15 Highlights des Humboldt Forums werden in zwei Formaten von Oktober 2018 bis Mai 2019 vorgestellt – in einer Ausstellung sowie in Gesprächen an unterschiedlichen Orten in Berlin.

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