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Ein Teehaus für das Humboldt Forum. Wettbewerbssiegerentwurf von URA Architekten aus Kanazawa wird umgesetzt

Pressemitteilung

Berlin, 17. August 2018

Im Humboldt Forum im Berliner Schloss wird im Ausstellungsmodul zu japanischer Kunst ein Teehaus Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit für Teezeremonien bieten. Am 10. August 2018 haben die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss sowie der Sieger des von ihr ausgelobten Wettbewerbs, URA Architekten aus Kanazawa, die notwendigen vertraglichen Regelungen unterzeichnet. Die moderne skulpturale Architektur des neuen Teehauses wird Tradition und Moderne sowie Referenzen an japanische und deutsche Kultur gleichermaßen vereinen.

Bôki bedeutet wortwörtlich „die alltäglichen Angelegenheiten vergessen“. Unter diesem Motto wurde im Oktober 2000 im damaligen Museum für ostasiatische Kunst in Dahlem ein Teeraum eingerichtet und nach diesem benannt. Im Bôki wurden ab 2005 regelmäßige Teezeremonien angeboten. In den Teezusammenkünften wurden die alltäglichen Sorgen beiseitegeschoben, um sich nur noch auf die rituelle Zubereitung und das anschließende Genießen des Tees zu konzentrieren sowie sich an den zweckmäßigen und höchst ästhetischen Utensilien sowie dem Raumschmuck zu erfreuen.

Diese Tradition der Teezeremonien findet nun in den neuen Räumlichkeiten der Sammlung des Museums für Asiatische Kunst im Ausstellungsmodul zu japanischer Kunst im Westflügel des dritten Obergeschosses im Humboldt Forum ihre Fortsetzung. Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss hatte in Abstimmung mit dem Museum für Asiatische Kunst einen entsprechenden Wettbewerb ausgelobt. Der daraus hervorgegangene Siegerentwurf von URA Architekten aus Kanazawa in Japan wird nun umgesetzt. Dieses besondere Ausstellungsstück wird in Japan geplant, mit japanischen Kunsthandwerk versehen, zur Probe dort montiert und dann nach Berlin gebracht.

Form und Materialen des Teehauses werden sensible lokale Bezüge herstellen. Außenwände und Dach aus Cortenstahl nehmen die oktogonale Form der Turmruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche als Berliner Mahnmal für den Frieden auf. Die Innenwände des Hauptraums mit einer Größe von acht traditionellen Kyoter Reisstrohmatten werden teilweise mit europäischen Lehm ausgestattet. Insgesamt besteht das Teehaus aus Hauptraum (Teeraum) und Nebenraum (Vorbereitungsraum). Der Teeraum wird mit einer im Boden eingelassenen Feuerstelle (japanisch: ro) sowie einer Tokonama (Nische) ausgestattet. Ab Ende 2019 wird das Teehaus zwischen herausragenden japanischen Werken der Malerei, Grafik, Keramik und Lackarbeiten Besucherinnen und Besuchern die Kultur des Teewegs erfahrbar machen.

Hans-Dieter Hegner, Vorstand Bau der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss und Mitglied der fünfköpfigen Jury: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, dem Museum für Asiatische Kunst wieder ein Ort für eine japanische Teezeremonie zur Verfügung stellen zu können. Das Teehaus, das die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss für die Ausstellung aus Japan ankauft, wurde in einem Wettbewerb mit japanischen Architekten und Künstlern ermittelt. Der Siegerentwurf mit einem Team unter der Führung von Jun Ura aus Kanazawa vereint dabei scheinbar mühelos alte Tradition und Moderne. Einerseits wurde den strengen Vorgaben der Teezeremonie entsprochen. Andererseits wurde eine moderne skulpturale Architektur entworfen. Neben traditionellen Materialien wie Japanpapier oder lackiertem Holz dominieren auch moderne Materialien wie z.B. Stahl. Das zeigt, dass Geschichte und Traditionen auch in einer modernen Welt ihren Platz haben. Sowohl die Besucher als auch der japanische Teeverein werden Freude an diesem besonderen Ausstellungsstück haben.“

Mit dem Humboldt Forum entsteht Ende 2019 ein neues kulturelles Stadtquartier in der Mitte Berlins. Durch das Zusammenführen herausragender Sammlungen mit bedeutenden Exponaten, darunter spirituelle Objekte und Kunstwerke aus Asien, Afrika, Amerika, sowie in vielfältigen Veranstaltungen regt das Humboldt Forum zu neuen Erkenntnissen über die Welt von gestern, heute und morgen an. Akteure im Humboldt Forum sind federführend die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, die Kulturprojekte Berlin und das Stadtmuseum Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin. Bereits jetzt ist das Humboldt Forum mit einem breiten Programm an Ausstellungen, Diskussionen, Performances, Workshops, Filmen und künstlerischen Interventionen präsent.

Auslobung

Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss
Unter den Linden 3, 10117 Berlin

Siegerentwurf

Teehaus von URA Architects and Engineers

Jury

Hans-Dieter Hegner, Vorstand Bau, Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss
Dr. Alexander Hofmann, Kurator für Kunst aus Japan, Museum für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin
Tim Ventimiglia, Director Berlin Operations RAA Berlin (Architekt der Ausstellungsgestaltung)
Frau Nobuko Sugai-Baumgarten, Vizepräsidentin, Chadō Urasenke Teewegverein Berlin e.V.
Prof. Dipl-Ing. Axel Sowa, RWTH Aachen, Lehr- und Forschungsgebiet Architekturtheorie

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Pressekontakt

Michael Mathis
Pressereferent Kommunikation Kultur & Digitales
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